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Ein thematisch etwas breiteres Weblog führe ich nun unter: http://speculum.kathhost.net/
Gedankenexperiment eines Monarchie-Anhängers. Katholisch Monarchistisch
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Ludwig Windthorst
um
19:30
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Stichwörter Grundsatz
Hiermit endet dieses Weblog. Das Gedankenexperiment ist abgeschlossen, wenn solche Experimente überhaupt abschließbar sind. Den Lesern dieses Blogs sei empfohlen, die in der Linkliste verlinkten Weblogs zu besuchen.
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Ludwig Windthorst
um
16:14
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Ein schönes Weihnachtslied ist mir aufgefallen: "The Star Proclaims the King Is Here"
1. The star proclaims the King is here;
But, Herod, why this senseless fear?
He takes no realms of earth away
Who gives the realms of heavenly day?
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Ludwig Windthorst
um
12:34
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Am 25. Dezember ab 3 pm, Greenwich Mean Time, ist im "Royal Channel" die Weihnachtsansprache von Queen Elizabeth II. zu sehen. Da ich dann wohl nicht am den PC komme, hier ein Link auf die erste im Fernsehen übertragene Ansprache der Queen zum Weihnachtsfest 1957.
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Ludwig Windthorst
um
11:05
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Stichwörter International
Die Rede Aragorns am schwarzen Tor ist immer neu sehenswert.
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Ludwig Windthorst
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14:04
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Von dem hier schon angesprochenen Film Prinz Kaspian gibt es nun den ersten englischen Trailer. Laut der englischen Wikipedia kommt der Film am 16. Mai 2008 in die Kinos. Wenn das Drehbuch sich nur ein wenig an die Romanvorlage hält, so ist der Film ein Muss für jeden Monarchisten.
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Ludwig Windthorst
um
15:46
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... auf eine lesenswerte Rezension der hier schon vorgestellten Studie über die Liturgie der französischen Königssalbung in der frühen Neuzeit: Josef Johannes Schmid: Sacrum Monarchiae Speculum.
Der Autor der Rezension, Jens Ivo Engels, vom historischen Seminar der Uni Freiburg würdigt darin die intensive Auseinandersetzung Schmids mit der Salbungsliturgie, bemängelt aber die eingeschränkte Perspektivik, die z.b. soziale und ökonomische Dimensionen völlig außer Acht lasse.
Als Resüme fasst der Engels zusammen:
Die Arbeit hat ihre Verdienste, was die Rekonstruktion des Sacre und die Erschließung der entsprechenden Quellen angeht. Sie weist jedoch fundamentale darstellerische und methodische Defizite auf und liest sich streckenweise wie ein royalistisches Pamphlet.Mir erschließt sich die Kohärenz der beiden Aussagen im letzten Satz nicht, aber das liegt wohl wiederum in der Perspektivik begründet.
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Ludwig Windthorst
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15:42
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Stichwörter Geschichte, Sachbuch
Die Schwarz-Gelbe Allianz (SGA) ist eine östereichische monarchistische Bewegung, die sich für die Einrichtung einer österreichischen Monarchie stark macht. Dabei gehört sie sich zu den vitaleren Bewegungen in den Republiken Europas. Am vergangenen Sonntag hat die SGA eine Demonstration veranstaltet, die interessanterweise auch von der tschechischen Partei "Koruna Ceska" unterstützt wurde.
Erwartungsgemäß lässt die Presse kein gutes Haar an dieser Aktion. Man könnte hier allerdings hinzufügen: "Bad news is good news."
Links
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Ludwig Windthorst
um
16:26
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Stichwörter Anderswo, International
Seit rund anderthalb Wochen führt Google diesem "Gedankenexperiment" eine Anzahl von Besuchern zu. Der SEO ("Search Engine Optimizer") wird die Gründe erraten. Unter den Besuchern finden sich viele, die wissen wollen, wer oder was ein Vasall ist. Solche Anfragen sollen nicht unbeantwortet bleiben, von daher hier ein kurzer Antwortversuch.
Eines vorneweg: Ich studiere zwar geschichtliche Fächer und habe ein gewisses Grundwissen, doch erheben die folgenden Worte keinen Anspruch, eine abgerundete wissenschaftliche Abhandlung zu sein. Sie sind vielmehr Ergebnis zusammengetragenen Wissens (in dem Zusammenhang wäre das Werk von Michael Mitterauer: Warum Europa? zu empfehlen) und die Frucht von Betrachtung und Gebet.
Genug der Vorrede.
Kurz gesagt: Ein Vasall ist ein Mensch, der seine Freiheit liebt, und deswegen zu dienen bereit ist.
Vasallen waren Männer, die im Mittelalter ihr Leben in die Hände eines weltlichen Oberen (Lehnsherr) legten und ihm die Treue (Lehnstreue) versprachen. Anders als heute handelte es sich hierbei um ein freiwilliges Verhältnis, welches auch nicht an territoriale Herkunft gekoppelt war. Das Verhältnis zwischen Staat und Individuum, wie es sich in der Lehnsherrschaft ausdrückt, war ein personales Verhältnis. Der Vasall versprach dem Lehnsherrn zu dienen, im Gegenzug versprach der Lehnsherr den Vasall zu schützen. Diese Bindung war von der Idee her, und daher meist auch in der Praxis Garant für Stabilität. Am besten ließe sich das aus heutiger Sicht mit familiären Bindungen vergleichen. In der Tat übernahm der Lehnsherr oft auch die Patenschaft für die Kinder des Vasallen. Die Lehnsherrschaft war somit nicht Aufgabe der Freiheit, sondern im Gegenzug Einsatz und damit wiederum Garant der Freiheit. (Freiheit meint ja nicht, dass viele Möglichkeiten bestehen, sondern dass ich in der Lage bin, eine Möglichkeit zu wählen und bei dieser Wahl zu bleiben.)
Zwei Gesten drücken den Ethos dieser Lehnsbeziehung gut aus. Die erste Geste ist das gebeugte Knie. Diese Kniebeuge drückt die Dienstbereitschaft aus. Sie ist aufrecht, was heißt, dass der Kopf nicht gesenkt wird. Die zweite Geste sind die gefalteten Hände. Diese werden von den Händen des Lehnsherrn umschlossen - zum Zeichen, dass er den Dienst annimmt und seinen Schutz zusagt.
Nun ist der kundige Leser aufmerksam geworden. Obige Gesten sind schließlich wichtiger Bestandteil katholischer Frömmigkeit. In der Tat: Die Lehnsbeziehung stand Pate beim Einzug solcher Gesten in die Liturgie. Das hat seinen guten Grund - Dienst und Vertrauen in Gottes Schutz sind die zwei Grundachsen einer gesunden Gottesbeziehung. Wer nicht bereit ist, Gott mit aller Kraft zu dienen, wird Gott als Lückenbüßer, als Gebetsautomaten oder als süßliche Gefühlsduselei sehen. Wer hingegen kein Gottvertrauen hat, wird sich in diesem Dienst zuviel abverlangen, er wird alles wollen und nichts vollbringen.
So ist jeder Christ Vasall - Vasall Gottes.
Wie sieht es aber im staatlichen Bereich aus? Der regelmäßige Leser wird wohl schon gemerkt haben, dass dieses "Gedankenexperiment" keine Umsturzseite ist. Es wäre wohl absurd, an dieser Stelle die Wiedereinführung des mittelalterlichen Lehnswesens zu fordern. Doch meine ich, dass die Betrachtungen über das Lehnswesen zu der Erkenntnis führen, was denn im modernen Staat (und in ähnlichem Maße in der Wirtschaft, in den Kapitalgesellschaften) fehlt. Es fehlt der personale Bezug. Dienst setzt ein Gegenüber voraus. Dieses Gegenüber ist in unserer Gesellschaft abhanden gekommen.
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Ludwig Windthorst
um
22:58
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Stichwörter Geschichte
Heute veröffentlicht die FAZ die Rede Martin Mosebachs zur Verleihung des Georg-Büchner-Preises. Diese ist wirklich "legendi", eine "zu lesende". Natürlich nicht wegen des gekonnt eingesetzten Himmlerzitates. (Solche Zitate sollten mittlerweile als rhetorisches Stilmittel in die literarischen und rhetorischen Handbücher Eingang finden.) Sondern weil Mosebach die Geistesverfassung unserer Zeit so treffend beschreibt.
Ich möchte diese Rede nun gar nicht kommentieren. Jeder knappe Kommentar wäre zu sehr Reduktion, als dass er Sinn machen würde. Stattdessen lieber die Aufforderung, diese Rede zu lesen.
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Ludwig Windthorst
um
17:51
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Seit einiger Zeit ist der Postillion wieder aktiv und seine Beiträge verdienen es, gelesen und beachtet zu werden. Anlässlich seines jüngsten Skriptums zum Thema Kirche und Staat habe ich ihm einen Kommentar hinterlassen, den ich an dieser Stelle auch meiner Leserschaft zur Verfügung stellen möchte.
Lieber Postillion,
ich lese mit Freude alle Ihre Beiträge zur Staatstheorie. Als christlicher Monarchist bin ich natürlich nicht in der Lage, ihren Fundierungen in jedem Fall zuzustimmen. Doch sie sind auf jeden Fall eine Bereicherung, u.a. weil sie mir zeigen, dass nicht nur im theistischen, sondern auch im pantheistischen Weltbild die Monarchie die natürliche Staatsform ist.
Nach diesem zunächst grundsätzlichen Wort, dass Ihnen auch zeigen möchte, dass der "Rufer in der Wüste" nicht ganz ungehört ruft, nun zum vorliegenden Text über Kirche und Staat, der mir viele Anknüpfungspunkte für einen Dialog bietet.
Das Verhältnis von Kirche und Staat ist wie so gut wie jede Lehrfrage im Christentum als Paradoxon zu verorten. Wie Gott sowohl außer der Welt ist als auch sie durchdringt, wie Christus sowohl Gott als auch Mensch (homoousios) ist, wie in den Taten des Menschen sowohl Gottes Gnade alles bewirkt als auch ohne sein Tun nichts vollbracht wird, so verhält es sich auch mit Kirche und Staat.
Wenn man wirklich wagemutig ist, kann man die traditionelle Auffassung vom "Homoousios" als einer Person in zwei Naturen - Gott und Mensch - unvermischt und ungeteilt - auch auf Kirche und Staat anwenden. Und in diesem Sinne sind nun auch die von ihnen angeführten Bibelstellen, wonach die staatliche Autorität von Gott kommt (1. Petr. 2,13) sowie der Hinweis Jesu, sein Reich sei nicht von dieser Welt (Joh. 18,36).
Einen weiteren Punkt, den sie ansprechen ist die Auffassung, das Christentum sei eine Privatreligion. Nun, wir könnten uns lange darüber streiten, wodurch diese Auffassung, die heute viele Christen vertreten, seinen Einzug in das Christentum gehalten hat. Ich halte sie für ziemlich unbiblisch, sondern vielmehr aus dem Dunstkreis post-aufgeklärter protestantischer Theologie entstanden. Sie missachtet vor allem den Kontext, in den Jesus Christus gestellt ist. Er tritt auf als messianischer König, greift damit das jüdische Gottesgnadentum, welches wohl am reinsten im König David verkörpert wird, auf. Er ist Retter aus dem Volk, für das Volk und dann sogar für die Vielen [Völker].
Wie bringt man aber die Königsherrschaft Christi mit dem Gottesgnadentum zusammen. Sie haben angeführt, dass sich im Mittelalter kein wirkliches Gottesgnadentum entwickelthabe, sondern dass es dieses reduziert habe. Ich möchte nun keinen Streit über Begriffe anfangen, würde aber sagen, dass gerade das jüdisch-christliche Königtum die Bezeichnung Gottesgnadentum verdient, während das, was Sie als Gottesgnadentum bezeichnen, eher den Begriff Gottkönigtum verdient. Anders als in den fernöstlichen Monarchien, aber auch anders als im Umfeld Israels, sei es in Persien oder in Ägypten oder auch später in Rom, ist der Herrscher eben Gott. Er wird niemals hinterfragt, er wird verehrt.
Der jüdisch-christliche König hingegen ist nicht Gott, sondern vermutlich ein großer Sünder. Er hat keine Macht, er empfängt sie. Er ist eben "Rex Dei Gratia", König aus der Gnade Gottes. Und deswegen ist dieser König ein Reiter, einer der auf dem Pferde sitzend sein Volk aufsucht, der Recht spricht, der die Kranken heilt, kurz: der das Wohl seines Volkes zu erringen sucht. Er ist als Person die - seinem Stand entsprechende - sakramentale Verkörperung Christi. (So wie auch der Priester Christus verkörpert, wie sogar jeder Christ Christus verkörpert, durch die Gnade der Taufe und Salbung im Geist) Darin unterscheidet der christliche König sich vomfernöstlichen Gottkönig, der als sein Gegenpol - wie Sie im Sommer diesen Jahres schrieben - am besten regiert, wenn er nicht regiert (mir ist der Satz "Und die Welt kommt in Ordnung" noch sehr gut im Ohr geblieben.)
Philosophisch ist das Verhältnis von König und Gott am besten im Sinne der "Analogia Entis" des "Thomas von Aquin" zu verstehen. Diese besagt, dass alles, was im "Himmel" existiert, seine Entsprechung auf "Erden" findet. Diese Entsprechung ist aber keine Äquivalenz, keine Gleichwertigkeit, sondern eine Analogie, will sagen eine Ähnlichkeit, die durch eine noch größere Unähnlichkeit ergänzt wird. Diese Unähnlichkeit der menschlichen Königsherrschaft zum Königtum Gottes ist dem Historiker sattsam bekannt. Wir können sie - wie das Mosebach in seiner genialen Rede zur Verleihung des Büchnerpreises sagt - in der christlichen Lehre von der Erbschuld finden. Darum muss der christliche König, sollte er versagen, anders als sein fernöstliches Pendant den Henker fürchten, doch niemals wird darum die Idee des Königtums angetastet. Denn niemals glaubt der Christ, Macht sei etwas, was Menschen Menschen in die Hände geben. Es wird Zeit, dass sich die christliche Theologie dessen erinnert.
Mit besten Grüßen,
DerVasall
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Ludwig Windthorst
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17:47
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Ich lese derzeit wieder einmal ein Jugendbuch, dass ich vor einem Jahrzehnt gelesen habe, und mir nun noch einmal zu Gemüte führe, was mich denn so geprägt hat.
Es ist Der Brief für den König von Tonke Dragt, ein echter Ritterroman. Es steckt voller einfacher Wahrheiten, voller Wahrheiten, die jeder denkt und keiner sich zu sagen traut. Dass das Gute auch meistens gut aussieht, dass weiß weiß ist und schwarz schwarz, ist so eine simple Wahrheit.
Natürlich würde ich über diesen Roman nicht schreiben, würde er nicht eine Reihe guter monarchistischer Gedanken vertreten, aber heute fiel mir etwas anderes ins Auge.
Da ist der Hofnarr des Königs Unauwen, der auf dem Marktplatz eine Rede hält. Erst kurz zuvor hat der Ritter Tiuri, die Hauptperson des Romans, die Nachricht überbracht, dass das Reich von Verrat und Krieg bedroht wird. Die Menschen sind unruhig.
Und da sagt der Narr: "Schaut Euch um und sagt mir: Ist die Stadt heute nicht schön? Ihr könnt sogar merken, dass sie schöner ist als sonst. Das kommt daher, daß ihr spürt, daß sie vielleicht in Gefahr ist. Erst wenn etwas bedroht ist, so begreift man, wie lieb es einem ist..."
Ich musste das Buch erst einmal zur Seite legen. Denn mir ging eines auf: Dass all die Zuwendung, ja ich möchte sagen die Liebe, die ich in den letzten Jahren zu meinem Land entwickelt habe, daher rührt, dass mir seine Bedrohung umso deutlicher und schmerzlicher bewusst wurde. Bin ich früher achtlos an den Kulturschätzen, aber auch an den Menschen vorbeigegangen, so hat sich das nun gewandelt. Weil ich die Bedrohung - die mehr von innen als von außen kommt - sehe ich den Wert des Bedrohten.
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Ludwig Windthorst
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20:12
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Stichwörter Literatur
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Ludwig Windthorst
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12:04
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Ein Bekannter stellte mir einen Essay des US-amerikanischen Monarchisten und Traditionalisten Charles A. Coulombe zur Verfügung. Dieser Essay gibt eine gut verständliche Übersicht über das Verständnis der Königskrönung in der katholischen Theologie und ihre Entwicklung im Verlauf der Geschichte. Interessant sind auch seine zahlreichen Einzelbeispiele, die ich hier in absehbarer Zeit aufgreifen möchte.
Coulombe leitet seinen Essay mit einem Zitat des irischen Erzbischofs von Tuam John Healy ein, das ich hier in eigener Übersetzung wiedergebe:
Das Wesen der Könige ist heilig, ihre Personen sind unverletzbar; sie sind die Gesalbten des Herrn, wenn nicht mit heiligen Öl, so doch zumindest durch die Tugend/den Vorzug/die Heilkraft (auf engl: virtue) ihres Amtes. Ihre Macht ist umfassend – gegründet auf dem Willen Gottes und nicht auf dem „verrutschenden Sand“ (schwer übersetzbare Redensart „shifting sand“) des Volkeswillen. Von ihnen wird in geziemender Ehrerbietung gesprochen, anstatt nach der öffentlichen Meinung eine Schießscheibe für Lästermäuler zu sein. Es wird ein Sakrileg, ihre Person zu verletzen, und jede Beleidigung, die ihnen in Wort und Tat zugefügt wird, wird eine Beleidigung von Gott selbst. Es ist dieses Verständnis von Königlicher Herrschaft, welches allein in einer Zeit des Hohns und der Willkür den Geist alter Loyalität lebendig erhalten kann, diesen aus dem Glauben hervorgegangenen Geist, der in sich Gehorsam, Verehrung und Liebe zur Majestät der Könige verbindet, welcher dereinst ein Band von sozialer Einheit war, ein Ansporn zu hehrem Großmut und ein Salz, die Herzen von ihren rohen Tendenzen zu reinigen und sie damit vor allem zu bewahren, was niederträchtig, selbstsüchtig und verachtenswert ist.Als wichtige Ergänzung zum Verständnis der traditionellen katholischen Staatslehre erscheint mir vor allem der Gedanke der "Analogie Entis" zu sein. Diese "Seinsanalogie" besagt, dass die himmlische Ordnung in der weltlichen Ordnung ihren Widerhall findet, gleichzeitig aber auch von ihr unterschieden ist.
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Ludwig Windthorst
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09:24
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In der Höhle 11 der Qumran-Höhlen fand man den 151. Psalm, in dem David seine Berufung und Salbung schildert.
1 Der Kleinste war ich unter meinen Brüdern
und der Jüngste unter den Söhnen meines Vaters,
und der setzte mich ein zum Hirten seiner Schafe
und zum Herrscher über seine Zicklein.2 Meine Hände machten eine Langflöte
und meine Finger eine Tragleier,
und so gab ich JHWH die Ehre,
ich hatte (nämlich) in meinem Innersten gesagt:3 „Die Berge legen kein Zeugnis ab für IHN,
und die Hügel verkünden nicht,
so sollen die Bäume meine Worte bewundern
und die Schafe meine Werke.4 Ja, wer soll verkünden und wer soll reden,
wer soll erzählen die Werke des Herrn?"
Der Gott des Alls - er sah es,
der Gott des Alls - er hörte es und lauschte.5 Da sandte er seinen Propheten, mich zu salben,
den Samuel, mich groß zu machen.
Meine Brüder gingen ihm entgegen,
schön an Gestalt und schön von Aussehen.6 Groß waren sie in ihrem Wuchs,
schön waren sie mit ihrem Haupthaar -
doch nicht erwählte JHWH,
der Gott nicht sie.7 Er sandte und holte mich hinter den Schafen weg,
und er salbte mich mit heiligem Öl,
und er setzte mich ein zum Fürsten seines Volkes
und zum Herrscher über die Söhne seines Bundes.
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Ludwig Windthorst
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18:18
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Für den "bescheidenen" Preis von 79 € kann man eine interessante wissenschaftliche Novität erstehen. Der Mainzer Historiker Josef J. Schmid hat eine Studie über die Herrscherweihe, den sogen. "Sacre", Ludwigs XV. im Jahre 1722 verfasst. Erschienen ist das Werk im Aschendorf-Verlag, aus dessen Neuheitenkatalog untenstehender Beitrag stammt.
Der Sacre Ludwigs XV. 1722:
Monarchische Tradition, Zeremoniell, Liturgie
Reims, 25. Oktober 1722: In der Cathedrale Notre Dame wird der 12-jährige Louis XV zum König von Frankreich geweiht. Das traditionelle Zeremoniell, vor allem die Salbung mit dem in der Heiligen Ampulle verwahrten »Himmelsöl«, machen den »König von Blut und Rechts wegen« erst zum Nachfolger Chlodwigs, zum Garanten und Repräsentanten der »alliance« Gottes mit Frankreich, zum Ebenbild der alttestamentarischen Könige, zum Haupt und Lenker der gallikanischen Kirche.
Aufgabe und Anspruch des vorliegenden Bandes ist es, gerade für die in dieser Hinsicht ansonsten eher stiefmütterlich behandelte Frühe Neuzeit Bedeutung und Wert von monarchischem Zeremoniell und monarchischer Tradition zu illustrieren. In welcher Weise prägt ein vermeintlich mittelalterliches und vormodernes heilsgeschichtliches Verständnis Zeit und Denken des frühen 18. Jahrhunderts? In wie weit ist der liturgischzeremonielle Akt der Königsweihe sinnbildlich, ja fundamental für das Verständnis der französischen Monarchie selbst?
Eine in drei große Abschnitte gegliederte Untersuchung versucht Antworten auf diese grundlegenden Fragen zu geben. Dabei wird die Liturgie des Sacre erstmals einer interdisziplinären, zeremonial-, liturgie-, geistes- und musikwissenschaftliche Ansätze einschließenden Analyse unterzogen und ebenso erstmals der gesamte Text der Weiheliturgie dem Leser zugänglich gemacht.
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Ludwig Windthorst
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23:34
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Stichwörter Geschichte
Auf Lycidas Weblog findet sich ein neuer Beitrag über den Unsinn der eindimensionalen Rechts-Links-Schematisierung in Politik und Gesellschaft.
Ist denn die Monarchie eine "rechte" Staatsform?
In der katholischen Theologie herrscht derzeit die Meinung vor, dass jemand, der dem Menschen zugewandt sei, ein linker Theologe sei, während der, der der Wahrheit zugewandt sei, ein rechter Theologe sei.
Allein an diesem Schema zeigt sich die Verkehrtheit dieser ganzen Einsortierung. Als ob es einem Menschen nützen würde, die Wahrheit vorenthalten zu bekommen. Wer für die Wahrheit ist, ist für den Menschen. Wer für den Menschen ist, ist für die Wahrheit. So einfach ist das. (Und in der Praxis - freilich nicht in theoretischen Diskussionen über Lehrinhalte - bestätigt sich das auch.)
Bezogen auf die Ausgangsfrage, lässt sich von daher sagen, dass die Monarchie eine rechte wie auch eine linke Staatsform ist. Sie entspricht der Seinsordnung (ist also "wahr") und nutzt dem Menschen (ist also "menschlich"), eben weil sie dieser Seinsordnung entspricht.
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Ludwig Windthorst
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"Die Zustimmung des Volkes ist ein Anzeichen der Legitimität, aber nicht ihre Ursache." - Nicola Gomez Davila
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Ludwig Windthorst
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22:03
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Verschiedentlich wurden mir schon die Werke des äthiopischen Prinzen Asfa-Wossen Asserate empfohlen. In der Tagespost fand sich eine Rezension (von Stephan Baier) seines jüngsten Buches Ein Prinz aus dem Hause David. Und warum er in Deutschland blieb.
Daraus entnommen:
Überaus bemerkenswert ist, dass der Sohn eines äthiopischen Vizekönigs die deutsche 68-er Bewegung genau studierte, anekdotenreich schildern kann und sie dann wegen ihres „moralischen Rigorismus“, dem die unabdingbaren „Zwischentöne“ fehlen, kritisiert: „Von allen Zwängen wollte man sich befreien, und demonstrierte doch bloß zwanghaft jedem bei jeder Gelegenheit seine Zwanglosigkeit. Und während die Achtundsechziger im langen Marsch durch die Institutionen nach und nach, mehr oder weniger diskret, sich ihrer Ideale entledigten, behielten sie ihre schlechten Manieren bei.“
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Ludwig Windthorst
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Stichwörter Sachbuch
Postillion, der hier ja schonmal einen Kommentar gegeben hat, hat bereits einige interessante Kommentare auf seinen Weblogs veröffentlicht. Augenscheinlich hat er noch Probleme mit der Blogger-Software, doch seine bisherigen Texte sind durchaus lesenswert.
Unter dem Titel Rückkehr zur Monarchie weist er auf verschiedene Aspekte der Monarchie hin. Bedenkenswert ist vor allem die Wendung, die sein Beitrag am Schluss nimmt:
Die Aufgabe des Monarchen wäre es, die Einheit des Staates nicht nur im Raum, sondern auch in der Zeit und damit die nationale Identität wiederherzustellen. Er müsste also irgendwie die Außenpolitik lenken. Erst wenn das geschieht, wird den faschistischen Parteien der Boden enzogen. Diese stoßen ja auf eine infantile Weise in eine von der Monarchie hinterlassene Lücke. Wenn man die Monarchie wiederherstellen will, so muss man den chinesischen Taoismus studieren: Der "Sohn des Himmels" verkörpert das Tao. Sonst macht er gar nichts - er pflegt nur das Wu Wei, das "Nichthandeln der Regierung" -, und die Welt kommt von selbst in Ordnung.
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Ludwig Windthorst
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