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Hiermit endet dieses Weblog. Das Gedankenexperiment ist abgeschlossen, wenn solche Experimente überhaupt abschließbar sind. Den Lesern dieses Blogs sei empfohlen, die in der Linkliste verlinkten Weblogs zu besuchen.
Gedankenexperiment eines Monarchie-Anhängers. Katholisch Monarchistisch
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Ludwig Windthorst
um
16:14
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Ein schönes Weihnachtslied ist mir aufgefallen: "The Star Proclaims the King Is Here"
1. The star proclaims the King is here;
But, Herod, why this senseless fear?
He takes no realms of earth away
Who gives the realms of heavenly day?
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Ludwig Windthorst
um
12:34
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Am 25. Dezember ab 3 pm, Greenwich Mean Time, ist im "Royal Channel" die Weihnachtsansprache von Queen Elizabeth II. zu sehen. Da ich dann wohl nicht am den PC komme, hier ein Link auf die erste im Fernsehen übertragene Ansprache der Queen zum Weihnachtsfest 1957.
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Ludwig Windthorst
um
11:05
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Stichwörter International
Die Rede Aragorns am schwarzen Tor ist immer neu sehenswert.
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Ludwig Windthorst
um
14:04
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Von dem hier schon angesprochenen Film Prinz Kaspian gibt es nun den ersten englischen Trailer. Laut der englischen Wikipedia kommt der Film am 16. Mai 2008 in die Kinos. Wenn das Drehbuch sich nur ein wenig an die Romanvorlage hält, so ist der Film ein Muss für jeden Monarchisten.
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Ludwig Windthorst
um
15:46
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... auf eine lesenswerte Rezension der hier schon vorgestellten Studie über die Liturgie der französischen Königssalbung in der frühen Neuzeit: Josef Johannes Schmid: Sacrum Monarchiae Speculum.
Der Autor der Rezension, Jens Ivo Engels, vom historischen Seminar der Uni Freiburg würdigt darin die intensive Auseinandersetzung Schmids mit der Salbungsliturgie, bemängelt aber die eingeschränkte Perspektivik, die z.b. soziale und ökonomische Dimensionen völlig außer Acht lasse.
Als Resüme fasst der Engels zusammen:
Die Arbeit hat ihre Verdienste, was die Rekonstruktion des Sacre und die Erschließung der entsprechenden Quellen angeht. Sie weist jedoch fundamentale darstellerische und methodische Defizite auf und liest sich streckenweise wie ein royalistisches Pamphlet.Mir erschließt sich die Kohärenz der beiden Aussagen im letzten Satz nicht, aber das liegt wohl wiederum in der Perspektivik begründet.
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Ludwig Windthorst
um
15:42
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Stichwörter Geschichte, Sachbuch
Die Schwarz-Gelbe Allianz (SGA) ist eine östereichische monarchistische Bewegung, die sich für die Einrichtung einer österreichischen Monarchie stark macht. Dabei gehört sie sich zu den vitaleren Bewegungen in den Republiken Europas. Am vergangenen Sonntag hat die SGA eine Demonstration veranstaltet, die interessanterweise auch von der tschechischen Partei "Koruna Ceska" unterstützt wurde.
Erwartungsgemäß lässt die Presse kein gutes Haar an dieser Aktion. Man könnte hier allerdings hinzufügen: "Bad news is good news."
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Ludwig Windthorst
um
16:26
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Stichwörter Anderswo, International
Seit rund anderthalb Wochen führt Google diesem "Gedankenexperiment" eine Anzahl von Besuchern zu. Der SEO ("Search Engine Optimizer") wird die Gründe erraten. Unter den Besuchern finden sich viele, die wissen wollen, wer oder was ein Vasall ist. Solche Anfragen sollen nicht unbeantwortet bleiben, von daher hier ein kurzer Antwortversuch.
Eines vorneweg: Ich studiere zwar geschichtliche Fächer und habe ein gewisses Grundwissen, doch erheben die folgenden Worte keinen Anspruch, eine abgerundete wissenschaftliche Abhandlung zu sein. Sie sind vielmehr Ergebnis zusammengetragenen Wissens (in dem Zusammenhang wäre das Werk von Michael Mitterauer: Warum Europa? zu empfehlen) und die Frucht von Betrachtung und Gebet.
Genug der Vorrede.
Kurz gesagt: Ein Vasall ist ein Mensch, der seine Freiheit liebt, und deswegen zu dienen bereit ist.
Vasallen waren Männer, die im Mittelalter ihr Leben in die Hände eines weltlichen Oberen (Lehnsherr) legten und ihm die Treue (Lehnstreue) versprachen. Anders als heute handelte es sich hierbei um ein freiwilliges Verhältnis, welches auch nicht an territoriale Herkunft gekoppelt war. Das Verhältnis zwischen Staat und Individuum, wie es sich in der Lehnsherrschaft ausdrückt, war ein personales Verhältnis. Der Vasall versprach dem Lehnsherrn zu dienen, im Gegenzug versprach der Lehnsherr den Vasall zu schützen. Diese Bindung war von der Idee her, und daher meist auch in der Praxis Garant für Stabilität. Am besten ließe sich das aus heutiger Sicht mit familiären Bindungen vergleichen. In der Tat übernahm der Lehnsherr oft auch die Patenschaft für die Kinder des Vasallen. Die Lehnsherrschaft war somit nicht Aufgabe der Freiheit, sondern im Gegenzug Einsatz und damit wiederum Garant der Freiheit. (Freiheit meint ja nicht, dass viele Möglichkeiten bestehen, sondern dass ich in der Lage bin, eine Möglichkeit zu wählen und bei dieser Wahl zu bleiben.)Zwei Gesten drücken den Ethos dieser Lehnsbeziehung gut aus. Die erste Geste ist das gebeugte Knie. Diese Kniebeuge drückt die Dienstbereitschaft aus. Sie ist aufrecht, was heißt, dass der Kopf nicht gesenkt wird. Die zweite Geste sind die gefalteten Hände. Diese werden von den Händen des Lehnsherrn umschlossen - zum Zeichen, dass er den Dienst annimmt und seinen Schutz zusagt.
Nun ist der kundige Leser aufmerksam geworden. Obige Gesten sind schließlich wichtiger Bestandteil katholischer Frömmigkeit. In der Tat: Die Lehnsbeziehung stand Pate beim Einzug solcher Gesten in die Liturgie. Das hat seinen guten Grund - Dienst und Vertrauen in Gottes Schutz sind die zwei Grundachsen einer gesunden Gottesbeziehung. Wer nicht bereit ist, Gott mit aller Kraft zu dienen, wird Gott als Lückenbüßer, als Gebetsautomaten oder als süßliche Gefühlsduselei sehen. Wer hingegen kein Gottvertrauen hat, wird sich in diesem Dienst zuviel abverlangen, er wird alles wollen und nichts vollbringen.
So ist jeder Christ Vasall - Vasall Gottes.
Wie sieht es aber im staatlichen Bereich aus? Der regelmäßige Leser wird wohl schon gemerkt haben, dass dieses "Gedankenexperiment" keine Umsturzseite ist. Es wäre wohl absurd, an dieser Stelle die Wiedereinführung des mittelalterlichen Lehnswesens zu fordern. Doch meine ich, dass die Betrachtungen über das Lehnswesen zu der Erkenntnis führen, was denn im modernen Staat (und in ähnlichem Maße in der Wirtschaft, in den Kapitalgesellschaften) fehlt. Es fehlt der personale Bezug. Dienst setzt ein Gegenüber voraus. Dieses Gegenüber ist in unserer Gesellschaft abhanden gekommen.
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Ludwig Windthorst
um
22:58
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Stichwörter Geschichte
Heute veröffentlicht die FAZ die Rede Martin Mosebachs zur Verleihung des Georg-Büchner-Preises. Diese ist wirklich "legendi", eine "zu lesende". Natürlich nicht wegen des gekonnt eingesetzten Himmlerzitates. (Solche Zitate sollten mittlerweile als rhetorisches Stilmittel in die literarischen und rhetorischen Handbücher Eingang finden.) Sondern weil Mosebach die Geistesverfassung unserer Zeit so treffend beschreibt.
Ich möchte diese Rede nun gar nicht kommentieren. Jeder knappe Kommentar wäre zu sehr Reduktion, als dass er Sinn machen würde. Stattdessen lieber die Aufforderung, diese Rede zu lesen.
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Ludwig Windthorst
um
17:51
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Seit einiger Zeit ist der Postillion wieder aktiv und seine Beiträge verdienen es, gelesen und beachtet zu werden. Anlässlich seines jüngsten Skriptums zum Thema Kirche und Staat habe ich ihm einen Kommentar hinterlassen, den ich an dieser Stelle auch meiner Leserschaft zur Verfügung stellen möchte.
Lieber Postillion,
ich lese mit Freude alle Ihre Beiträge zur Staatstheorie. Als christlicher Monarchist bin ich natürlich nicht in der Lage, ihren Fundierungen in jedem Fall zuzustimmen. Doch sie sind auf jeden Fall eine Bereicherung, u.a. weil sie mir zeigen, dass nicht nur im theistischen, sondern auch im pantheistischen Weltbild die Monarchie die natürliche Staatsform ist.
Nach diesem zunächst grundsätzlichen Wort, dass Ihnen auch zeigen möchte, dass der "Rufer in der Wüste" nicht ganz ungehört ruft, nun zum vorliegenden Text über Kirche und Staat, der mir viele Anknüpfungspunkte für einen Dialog bietet.
Das Verhältnis von Kirche und Staat ist wie so gut wie jede Lehrfrage im Christentum als Paradoxon zu verorten. Wie Gott sowohl außer der Welt ist als auch sie durchdringt, wie Christus sowohl Gott als auch Mensch (homoousios) ist, wie in den Taten des Menschen sowohl Gottes Gnade alles bewirkt als auch ohne sein Tun nichts vollbracht wird, so verhält es sich auch mit Kirche und Staat.
Wenn man wirklich wagemutig ist, kann man die traditionelle Auffassung vom "Homoousios" als einer Person in zwei Naturen - Gott und Mensch - unvermischt und ungeteilt - auch auf Kirche und Staat anwenden. Und in diesem Sinne sind nun auch die von ihnen angeführten Bibelstellen, wonach die staatliche Autorität von Gott kommt (1. Petr. 2,13) sowie der Hinweis Jesu, sein Reich sei nicht von dieser Welt (Joh. 18,36).
Einen weiteren Punkt, den sie ansprechen ist die Auffassung, das Christentum sei eine Privatreligion. Nun, wir könnten uns lange darüber streiten, wodurch diese Auffassung, die heute viele Christen vertreten, seinen Einzug in das Christentum gehalten hat. Ich halte sie für ziemlich unbiblisch, sondern vielmehr aus dem Dunstkreis post-aufgeklärter protestantischer Theologie entstanden. Sie missachtet vor allem den Kontext, in den Jesus Christus gestellt ist. Er tritt auf als messianischer König, greift damit das jüdische Gottesgnadentum, welches wohl am reinsten im König David verkörpert wird, auf. Er ist Retter aus dem Volk, für das Volk und dann sogar für die Vielen [Völker].
Wie bringt man aber die Königsherrschaft Christi mit dem Gottesgnadentum zusammen. Sie haben angeführt, dass sich im Mittelalter kein wirkliches Gottesgnadentum entwickelthabe, sondern dass es dieses reduziert habe. Ich möchte nun keinen Streit über Begriffe anfangen, würde aber sagen, dass gerade das jüdisch-christliche Königtum die Bezeichnung Gottesgnadentum verdient, während das, was Sie als Gottesgnadentum bezeichnen, eher den Begriff Gottkönigtum verdient. Anders als in den fernöstlichen Monarchien, aber auch anders als im Umfeld Israels, sei es in Persien oder in Ägypten oder auch später in Rom, ist der Herrscher eben Gott. Er wird niemals hinterfragt, er wird verehrt.
Der jüdisch-christliche König hingegen ist nicht Gott, sondern vermutlich ein großer Sünder. Er hat keine Macht, er empfängt sie. Er ist eben "Rex Dei Gratia", König aus der Gnade Gottes. Und deswegen ist dieser König ein Reiter, einer der auf dem Pferde sitzend sein Volk aufsucht, der Recht spricht, der die Kranken heilt, kurz: der das Wohl seines Volkes zu erringen sucht. Er ist als Person die - seinem Stand entsprechende - sakramentale Verkörperung Christi. (So wie auch der Priester Christus verkörpert, wie sogar jeder Christ Christus verkörpert, durch die Gnade der Taufe und Salbung im Geist) Darin unterscheidet der christliche König sich vomfernöstlichen Gottkönig, der als sein Gegenpol - wie Sie im Sommer diesen Jahres schrieben - am besten regiert, wenn er nicht regiert (mir ist der Satz "Und die Welt kommt in Ordnung" noch sehr gut im Ohr geblieben.)
Philosophisch ist das Verhältnis von König und Gott am besten im Sinne der "Analogia Entis" des "Thomas von Aquin" zu verstehen. Diese besagt, dass alles, was im "Himmel" existiert, seine Entsprechung auf "Erden" findet. Diese Entsprechung ist aber keine Äquivalenz, keine Gleichwertigkeit, sondern eine Analogie, will sagen eine Ähnlichkeit, die durch eine noch größere Unähnlichkeit ergänzt wird. Diese Unähnlichkeit der menschlichen Königsherrschaft zum Königtum Gottes ist dem Historiker sattsam bekannt. Wir können sie - wie das Mosebach in seiner genialen Rede zur Verleihung des Büchnerpreises sagt - in der christlichen Lehre von der Erbschuld finden. Darum muss der christliche König, sollte er versagen, anders als sein fernöstliches Pendant den Henker fürchten, doch niemals wird darum die Idee des Königtums angetastet. Denn niemals glaubt der Christ, Macht sei etwas, was Menschen Menschen in die Hände geben. Es wird Zeit, dass sich die christliche Theologie dessen erinnert.
Mit besten Grüßen,
DerVasall
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Ludwig Windthorst
um
17:47
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