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Donnerstag, 26. März 2009

Es geht weiter

Ein thematisch etwas breiteres Weblog führe ich nun unter: http://speculum.kathhost.net/

Mittwoch, 26. Dezember 2007

Warum diese sinnlose Furcht?

Ein schönes Weihnachtslied ist mir aufgefallen: "The Star Proclaims the King Is Here"

1. The star proclaims the King is here;
But, Herod, why this senseless fear?
He takes no realms of earth away
Who gives the realms of heavenly day?


Herodes fürchtet sich vor dem neugeborenen König, doch grundlos. Denn "sein Reich ist nicht von dieser Welt." Doch singt Maria nicht: "Er stürzt die Mächtigen vom Thron."

Jesus Christus ist das Urbild jeder Herrschaft. Diese Herrschaft beginnt in der Krippe und endet am Kreuz. Sie steht unter dem Zeichen der Demut. Demut ist ein zusammengestelltes Wort und bedeutet im eigentlichen Sinne "Mut zum Dienen". Ein König, der nicht den Mut hat, seinem Volk zu dienen, hat seine Aufgabe verfehlt.

Da ich grad in meiner Herr der Ringe-Phase bin, nachfolgend ein weiterer Auszug aus der Trilogie, genauer gesagt aus dem 2. Teil. Hier sehen wir König Theoden, der in aussichtsloser Situation sein Pferd besteigt und ein Ausfall macht. Dem voraus geht ein Dialog zwischen ihm und Aragorn nach dem Sinn des Krieges. Nicht für Tod und Glorie, sondern für das Volk soll der König sein Leben wagen. Und wie eine Antwort erscheint da der Ruf der Unterstützungstruppen, die mit den Worten "Für den König" auf die Feinde stürzen.

Dienstag, 30. Oktober 2007

Gottesgnadentum und christliche Monarchie

Seit einiger Zeit ist der Postillion wieder aktiv und seine Beiträge verdienen es, gelesen und beachtet zu werden. Anlässlich seines jüngsten Skriptums zum Thema Kirche und Staat habe ich ihm einen Kommentar hinterlassen, den ich an dieser Stelle auch meiner Leserschaft zur Verfügung stellen möchte.

Lieber Postillion,

ich lese mit Freude alle Ihre Beiträge zur Staatstheorie. Als christlicher Monarchist bin ich natürlich nicht in der Lage, ihren Fundierungen in jedem Fall zuzustimmen. Doch sie sind auf jeden Fall eine Bereicherung, u.a. weil sie mir zeigen, dass nicht nur im theistischen, sondern auch im pantheistischen Weltbild die Monarchie die natürliche Staatsform ist.

Nach diesem zunächst grundsätzlichen Wort, dass Ihnen auch zeigen möchte, dass der "Rufer in der Wüste" nicht ganz ungehört ruft, nun zum vorliegenden Text über Kirche und Staat, der mir viele Anknüpfungspunkte für einen Dialog bietet.

Das Verhältnis von Kirche und Staat ist wie so gut wie jede Lehrfrage im Christentum als Paradoxon zu verorten. Wie Gott sowohl außer der Welt ist als auch sie durchdringt, wie Christus sowohl Gott als auch Mensch (homoousios) ist, wie in den Taten des Menschen sowohl Gottes Gnade alles bewirkt als auch ohne sein Tun nichts vollbracht wird, so verhält es sich auch mit Kirche und Staat.

Wenn man wirklich wagemutig ist, kann man die traditionelle Auffassung vom "Homoousios" als einer Person in zwei Naturen - Gott und Mensch - unvermischt und ungeteilt - auch auf Kirche und Staat anwenden. Und in diesem Sinne sind nun auch die von ihnen angeführten Bibelstellen, wonach die staatliche Autorität von Gott kommt (1. Petr. 2,13) sowie der Hinweis Jesu, sein Reich sei nicht von dieser Welt (Joh. 18,36).

Einen weiteren Punkt, den sie ansprechen ist die Auffassung, das Christentum sei eine Privatreligion. Nun, wir könnten uns lange darüber streiten, wodurch diese Auffassung, die heute viele Christen vertreten, seinen Einzug in das Christentum gehalten hat. Ich halte sie für ziemlich unbiblisch, sondern vielmehr aus dem Dunstkreis post-aufgeklärter protestantischer Theologie entstanden. Sie missachtet vor allem den Kontext, in den Jesus Christus gestellt ist. Er tritt auf als messianischer König, greift damit das jüdische Gottesgnadentum, welches wohl am reinsten im König David verkörpert wird, auf. Er ist Retter aus dem Volk, für das Volk und dann sogar für die Vielen [Völker].

Wie bringt man aber die Königsherrschaft Christi mit dem Gottesgnadentum zusammen. Sie haben angeführt, dass sich im Mittelalter kein wirkliches Gottesgnadentum entwickelt habe, sondern dass es dieses reduziert habe. Ich möchte nun keinen Streit über Begriffe anfangen, würde aber sagen, dass gerade das jüdisch-christliche Königtum die Bezeichnung Gottesgnadentum verdient, während das, was Sie als Gottesgnadentum bezeichnen, eher den Begriff Gottkönigtum verdient. Anders als in den fernöstlichen Monarchien, aber auch anders als im Umfeld Israels, sei es in Persien oder in Ägypten oder auch später in Rom, ist der Herrscher eben Gott. Er wird niemals hinterfragt, er wird verehrt.

Der jüdisch-christliche König hingegen ist nicht Gott, sondern vermutlich ein großer Sünder. Er hat keine Macht, er empfängt sie. Er ist eben "Rex Dei Gratia", König aus der Gnade Gottes. Und deswegen ist dieser König ein Reiter, einer der auf dem Pferde sitzend sein Volk aufsucht, der Recht spricht, der die Kranken heilt, kurz: der das Wohl seines Volkes zu erringen sucht. Er ist als Person die - seinem Stand entsprechende - sakramentale Verkörperung Christi. (So wie auch der Priester Christus verkörpert, wie sogar jeder Christ Christus verkörpert, durch die Gnade der Taufe und Salbung im Geist) Darin unterscheidet der christliche König sich vom fernöstlichen Gottkönig, der als sein Gegenpol - wie Sie im Sommer diesen Jahres schrieben - am besten regiert, wenn er nicht regiert (mir ist der Satz "Und die Welt kommt in Ordnung" noch sehr gut im Ohr geblieben.)

Philosophisch ist das Verhältnis von König und Gott am besten im Sinne der "Analogia Entis" des "Thomas von Aquin" zu verstehen. Diese besagt, dass alles, was im "Himmel" existiert, seine Entsprechung auf "Erden" findet. Diese Entsprechung ist aber keine Äquivalenz, keine Gleichwertigkeit, sondern eine Analogie, will sagen eine Ähnlichkeit, die durch eine noch größere Unähnlichkeit ergänzt wird. Diese Unähnlichkeit der menschlichen Königsherrschaft zum Königtum Gottes ist dem Historiker sattsam bekannt. Wir können sie - wie das Mosebach in seiner genialen Rede zur Verleihung des Büchnerpreises sagt - in der christlichen Lehre von der Erbschuld finden. Darum muss der christliche König, sollte er versagen, anders als sein fernöstliches Pendant den Henker fürchten, doch niemals wird darum die Idee des Königtums angetastet. Denn niemals glaubt der Christ, Macht sei etwas, was Menschen Menschen in die Hände geben. Es wird Zeit, dass sich die christliche Theologie dessen erinnert.

Mit besten Grüßen,
DerVasall

Freitag, 21. September 2007

Reinhold Schneider: Macht und Gnade


Reinhold Schneider war ein katholischer Autor in der Mitte des 20. Jahrhunderts. Obwohl den Nationalsozialisten gegenüber feindlich gesinnt, verblieb er doch in Deutschland. Er veröffentlichte eine Reihe von Schriften, die eine versteckte Kritik am Regime beinhalteten. Besonders hervorzuheben ist unter ihnen "Las Casas vor Karl V. – Szenen aus der Konquistadorenzeit*." In ihnen schildert Schneider die Auseinandersetzung in Spanien im 16. Jahrhundert um die Behandlung der Indianer. An der Frage, ob die Eingeborenen die Taufe empfangen können, entzündet sich letzten Endes die Frage der unveräußerlichen Menschenwürde, was als Kritik an den Zuständen in Deutschland anzusehen ist.

Ein anderes Werk aus dem Jahre 1941 fiel mir in meinem Urlaub in die Hände. In dem Essayband "Macht und Gnade" finden sich eine Reihe lesenswerter Aufsätze über Schneiders Geschichtsverständnis, über den Zusammenhang von Gesellschaft und Staat. Letztlich führt dieses Werk zu einem Druckverbot.

In dem Aufsatz "Drama und Königtum" legt Schneider anhand der Geschichte der literarischen Gattung des Dramas dar, warum es in Deutschland niemals die großen Dramendichter wie in England oder Spanien gab. Man fing hierzulande erst zur Zeit der Wirren am Ende des 18. Jahrhunderts an, Dramen zu dichten. Jedoch lebe, so Schneider, das Drama aus einer zu der Zeit nicht mehr vorhandenen Dynamik. Die typischen Königsdramen - man denke hierbei an Shakespeare - schildern die Bedrohung der ewigen Ordnung, also der Monarchie, durch eine Störung im Heilsgefüge. Jedes Drama müsse aber in einer Wiederherstellung dieser Ordnung enden. Der König mag ein Sünder sein, doch die Monarchie bleibt unangetastet. Das war sie aber am Ausgang der 18. Jahrhunderts nicht mehr. Die Guillotine hatte ihren Tribut gefordert, und es war nicht so sehr das Blut des Königshauses, welches die Welt aus den Bahnen brachte. Königliches Blut war schon vorher vergossen worden. Nein, es war die Umkehrung der Verhältnisse. Unter dem Schlagwort "Gleichheit" forderte die Revolution die Königlichkeit für alle.

Heute, 200 Jahre später, wissen wir, dass es nicht so kam. Die Revolution machte aus Bürgern keine Könige, ganz im Gegenteil machte sie aus Königen Bürger. Wer Gleichheit verkündet, sucht Kleinheit.

*Achtung Wikipedia-Link, Inhalt kann sich ändern und ist nicht immer zuverlässig

Dienstag, 24. Juli 2007

Die Theologie der Krönung

Ein Bekannter stellte mir einen Essay des US-amerikanischen Monarchisten und Traditionalisten Charles A. Coulombe zur Verfügung. Dieser Essay gibt eine gut verständliche Übersicht über das Verständnis der Königskrönung in der katholischen Theologie und ihre Entwicklung im Verlauf der Geschichte. Interessant sind auch seine zahlreichen Einzelbeispiele, die ich hier in absehbarer Zeit aufgreifen möchte.

Coulombe leitet seinen Essay mit einem Zitat des irischen Erzbischofs von Tuam John Healy ein, das ich hier in eigener Übersetzung wiedergebe:

Das Wesen der Könige ist heilig, ihre Personen sind unverletzbar; sie sind die Gesalbten des Herrn, wenn nicht mit heiligen Öl, so doch zumindest durch die Tugend/den Vorzug/die Heilkraft (auf engl: virtue) ihres Amtes. Ihre Macht ist umfassend – gegründet auf dem Willen Gottes und nicht auf dem „verrutschenden Sand“ (schwer übersetzbare Redensart „shifting sand“) des Volkeswillen. Von ihnen wird in geziemender Ehrerbietung gesprochen, anstatt nach der öffentlichen Meinung eine Schießscheibe für Lästermäuler zu sein. Es wird ein Sakrileg, ihre Person zu verletzen, und jede Beleidigung, die ihnen in Wort und Tat zugefügt wird, wird eine Beleidigung von Gott selbst. Es ist dieses Verständnis von Königlicher Herrschaft, welches allein in einer Zeit des Hohns und der Willkür den Geist alter Loyalität lebendig erhalten kann, diesen aus dem Glauben hervorgegangenen Geist, der in sich Gehorsam, Verehrung und Liebe zur Majestät der Könige verbindet, welcher dereinst ein Band von sozialer Einheit war, ein Ansporn zu hehrem Großmut und ein Salz, die Herzen von ihren rohen Tendenzen zu reinigen und sie damit vor allem zu bewahren, was niederträchtig, selbstsüchtig und verachtenswert ist.
Als wichtige Ergänzung zum Verständnis der traditionellen katholischen Staatslehre erscheint mir vor allem der Gedanke der "Analogie Entis" zu sein. Diese "Seinsanalogie" besagt, dass die himmlische Ordnung in der weltlichen Ordnung ihren Widerhall findet, gleichzeitig aber auch von ihr unterschieden ist.

Das heißt also, dass der Monarch Macht hat analog zur göttlichen Macht, aber gleichzeitig ein Sünder und fehlbarer Mensch ist. Diese Spannung ist das Paradigma, unter der mittelalterliche Monarchie steht. Daher bezeichnet Fritz Kern sein Grundlagenwerk über frühmittelalterliche Monarchie mit dem Titel "Gottesgnadentum und Widerstandsrecht." Das Recht, den König zu verjagen, welches in der Absetzung von König Wenzel im 14. Jahrhundert seinen stärksten Widerhall findet, gehört wesentlich zum mittelalterlichen Denken von Herrschaft. Der König ist eben nicht der absolute Machthaber, sondern er ist Diener der [göttlichen] Macht.

Zum Bild: Entnommen aus Wikipedia, zeigt den polnischen König Jan Kazimierz aus Polen, wie er vor dem Altar der Gottesmutter in der Kathedrale in Lemberg kniet und Gott die Treue schwört.

Donnerstag, 7. Juni 2007

Links, Rechts, Links, Rechts

Auf Lycidas Weblog findet sich ein neuer Beitrag über den Unsinn der eindimensionalen Rechts-Links-Schematisierung in Politik und Gesellschaft.

Ist denn die Monarchie eine "rechte" Staatsform?

In der katholischen Theologie herrscht derzeit die Meinung vor, dass jemand, der dem Menschen zugewandt sei, ein linker Theologe sei, während der, der der Wahrheit zugewandt sei, ein rechter Theologe sei.

Allein an diesem Schema zeigt sich die Verkehrtheit dieser ganzen Einsortierung. Als ob es einem Menschen nützen würde, die Wahrheit vorenthalten zu bekommen. Wer für die Wahrheit ist, ist für den Menschen. Wer für den Menschen ist, ist für die Wahrheit. So einfach ist das. (Und in der Praxis - freilich nicht in theoretischen Diskussionen über Lehrinhalte - bestätigt sich das auch.)

Bezogen auf die Ausgangsfrage, lässt sich von daher sagen, dass die Monarchie eine rechte wie auch eine linke Staatsform ist. Sie entspricht der Seinsordnung (ist also "wahr") und nutzt dem Menschen (ist also "menschlich"), eben weil sie dieser Seinsordnung entspricht.

Mittwoch, 6. Juni 2007

Legitimität

"Die Zustimmung des Volkes ist ein Anzeichen der Legitimität, aber nicht ihre Ursache." - Nicola Gomez Davila

Montag, 4. Juni 2007

Und noch einer

Postillion, der hier ja schonmal einen Kommentar gegeben hat, hat bereits einige interessante Kommentare auf seinen Weblogs veröffentlicht. Augenscheinlich hat er noch Probleme mit der Blogger-Software, doch seine bisherigen Texte sind durchaus lesenswert.

Unter dem Titel Rückkehr zur Monarchie weist er auf verschiedene Aspekte der Monarchie hin. Bedenkenswert ist vor allem die Wendung, die sein Beitrag am Schluss nimmt:

Die Aufgabe des Monarchen wäre es, die Einheit des Staates nicht nur im Raum, sondern auch in der Zeit und damit die nationale Identität wiederherzustellen. Er müsste also irgendwie die Außenpolitik lenken. Erst wenn das geschieht, wird den faschistischen Parteien der Boden enzogen. Diese stoßen ja auf eine infantile Weise in eine von der Monarchie hinterlassene Lücke. Wenn man die Monarchie wiederherstellen will, so muss man den chinesischen Taoismus studieren: Der "Sohn des Himmels" verkörpert das Tao. Sonst macht er gar nichts - er pflegt nur das Wu Wei, das "Nichthandeln der Regierung" -, und die Welt kommt von selbst in Ordnung.


Zu diesem und auch zu anderen Beiträgen von ihm gälte es einiges zu sagen, doch heute abend finde ich dazu nicht mehr die Zeit. Auf jeden Fall eine herzliche Leseempfehlung.

Samstag, 26. Mai 2007

C. S. Lewis über die Monarchie


Es ist wirklich lohnenswert, sich mit Clive Staples Lewis zu befassen. Ich hatte ja bereits über seine Kinderbuchreihe Narnia geschrieben. Derzeit lese ich (wieder) den dritten Band dieser siebenteiligen Serie und auch dieser Band enthält einige vorzügliche Schilderungen der Schönheit der Monarchie. Dazu später mehr.

Über Facebook fand ich die Seite der Oxford Monarchists, und auf dieser ein bedenkenswertes Zitat von Lewis:

Die Monarchie kann sehr leicht diskreditiert werden, doch schaut euch die Gesichter an, merkt euch die Kritiker. Diese sind die Menschen, deren Wurzel in Eden abgeschnitten wurde: Kein Gerücht von Vielstimmigkeit, von Tanz kann sie erreichen - es sind Männer, für die Kieselsteine, die in einer Reihe liegen, schöner sind als ein Bogengewölbe. Doch auch wenn sie reine Gleichheit einfordern, können sie sie nicht erreichen. Wo Menschen verboten wird, den König zu ehren, ehren sie stattdessen Millionäre, Sportler und Filmstars, sogar berühmte Prostituierte und Gangster. Denn unsere geistliche Natur, wie unser Körper, will versorgt sein. Verweigere ihr das Essen, wird sie Gift schlucken.

Sonntag, 22. April 2007

Anstelle einer Einleitung

Der Herr der Ringe, für mich das literarische Werk des 20. Jahrhunderts schlechthin, thematisiert das Königtum. John R. R. Tolkien hatte als englischer Untertan natürlich das Recht, seinem Phantasy-Epos eine monarchistische Staatsform zugrunde zu legen.

Aragorn ist der rechtmäßige Thronfolger des westlichen Königreiches, stammt aber aus einer Seitenlinie und lebte daher lange Jahre im Verborgenen. Er ist nun an den Thronsitz zurückgekehrt und begegnet dem Truchseß (in der neuen Übersetzung von Krege wird hier von "Statthalter" gesprochen, doch eigentlich ist der Truchseß ein Thronverwalter), der jedoch in der Schlacht schwer verwundet wurde und nun im Sterben liegt. Ganz im Sinne mittelalterlicher Königsheilvorstellungen gibt sich der König durch seine Heilkraft zu erkennen. Er besucht das Lazarett der Stadt, die "Häuser der Heilung", um nach den Kranken zu sehen. Als erstes sucht er den Truchseß Faramir auf und heilt ihn:

Plötzlich regte sich Faramir, und er öffnete die Augen und schaute Aragorn an, der sich über ihn beugte; und Erkennen und Liebe leuchteten in seinen Augen auf, und er sprach leise. "Mein Herr, ihr riefet mich. Ich komme. Was befiehlt der König?"
"Wandelt nicht mehr in den Schatten, sondern erwacht!" sagte Aragorn. "Ihr seid erschöpft. Ruht eine Weile und nehmt ein wenig Nahrung zu Euch, und seid bereit, wenn ich zurückkomme."
"Das werde ich, Herr", sagte Faramir. "Denn wer wollte müßig im Bett liegen, wenn der König zurückgekehrt ist."
Ich weiß nicht, ob ein König zurückkehrt, bevor die Welt zerbricht. Doch ich werde bereitstehn, ihm zu dienen, wenn er zurückkehrt.

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