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Ein thematisch etwas breiteres Weblog führe ich nun unter: http://speculum.kathhost.net/
Gedankenexperiment eines Monarchie-Anhängers. Katholisch Monarchistisch
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Ludwig Windthorst
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19:30
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Stichwörter Grundsatz
Ein schönes Weihnachtslied ist mir aufgefallen: "The Star Proclaims the King Is Here"
1. The star proclaims the King is here;
But, Herod, why this senseless fear?
He takes no realms of earth away
Who gives the realms of heavenly day?
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Ludwig Windthorst
um
12:34
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Seit einiger Zeit ist der Postillion wieder aktiv und seine Beiträge verdienen es, gelesen und beachtet zu werden. Anlässlich seines jüngsten Skriptums zum Thema Kirche und Staat habe ich ihm einen Kommentar hinterlassen, den ich an dieser Stelle auch meiner Leserschaft zur Verfügung stellen möchte.
Lieber Postillion,
ich lese mit Freude alle Ihre Beiträge zur Staatstheorie. Als christlicher Monarchist bin ich natürlich nicht in der Lage, ihren Fundierungen in jedem Fall zuzustimmen. Doch sie sind auf jeden Fall eine Bereicherung, u.a. weil sie mir zeigen, dass nicht nur im theistischen, sondern auch im pantheistischen Weltbild die Monarchie die natürliche Staatsform ist.
Nach diesem zunächst grundsätzlichen Wort, dass Ihnen auch zeigen möchte, dass der "Rufer in der Wüste" nicht ganz ungehört ruft, nun zum vorliegenden Text über Kirche und Staat, der mir viele Anknüpfungspunkte für einen Dialog bietet.
Das Verhältnis von Kirche und Staat ist wie so gut wie jede Lehrfrage im Christentum als Paradoxon zu verorten. Wie Gott sowohl außer der Welt ist als auch sie durchdringt, wie Christus sowohl Gott als auch Mensch (homoousios) ist, wie in den Taten des Menschen sowohl Gottes Gnade alles bewirkt als auch ohne sein Tun nichts vollbracht wird, so verhält es sich auch mit Kirche und Staat.
Wenn man wirklich wagemutig ist, kann man die traditionelle Auffassung vom "Homoousios" als einer Person in zwei Naturen - Gott und Mensch - unvermischt und ungeteilt - auch auf Kirche und Staat anwenden. Und in diesem Sinne sind nun auch die von ihnen angeführten Bibelstellen, wonach die staatliche Autorität von Gott kommt (1. Petr. 2,13) sowie der Hinweis Jesu, sein Reich sei nicht von dieser Welt (Joh. 18,36).
Einen weiteren Punkt, den sie ansprechen ist die Auffassung, das Christentum sei eine Privatreligion. Nun, wir könnten uns lange darüber streiten, wodurch diese Auffassung, die heute viele Christen vertreten, seinen Einzug in das Christentum gehalten hat. Ich halte sie für ziemlich unbiblisch, sondern vielmehr aus dem Dunstkreis post-aufgeklärter protestantischer Theologie entstanden. Sie missachtet vor allem den Kontext, in den Jesus Christus gestellt ist. Er tritt auf als messianischer König, greift damit das jüdische Gottesgnadentum, welches wohl am reinsten im König David verkörpert wird, auf. Er ist Retter aus dem Volk, für das Volk und dann sogar für die Vielen [Völker].
Wie bringt man aber die Königsherrschaft Christi mit dem Gottesgnadentum zusammen. Sie haben angeführt, dass sich im Mittelalter kein wirkliches Gottesgnadentum entwickelthabe, sondern dass es dieses reduziert habe. Ich möchte nun keinen Streit über Begriffe anfangen, würde aber sagen, dass gerade das jüdisch-christliche Königtum die Bezeichnung Gottesgnadentum verdient, während das, was Sie als Gottesgnadentum bezeichnen, eher den Begriff Gottkönigtum verdient. Anders als in den fernöstlichen Monarchien, aber auch anders als im Umfeld Israels, sei es in Persien oder in Ägypten oder auch später in Rom, ist der Herrscher eben Gott. Er wird niemals hinterfragt, er wird verehrt.
Der jüdisch-christliche König hingegen ist nicht Gott, sondern vermutlich ein großer Sünder. Er hat keine Macht, er empfängt sie. Er ist eben "Rex Dei Gratia", König aus der Gnade Gottes. Und deswegen ist dieser König ein Reiter, einer der auf dem Pferde sitzend sein Volk aufsucht, der Recht spricht, der die Kranken heilt, kurz: der das Wohl seines Volkes zu erringen sucht. Er ist als Person die - seinem Stand entsprechende - sakramentale Verkörperung Christi. (So wie auch der Priester Christus verkörpert, wie sogar jeder Christ Christus verkörpert, durch die Gnade der Taufe und Salbung im Geist) Darin unterscheidet der christliche König sich vomfernöstlichen Gottkönig, der als sein Gegenpol - wie Sie im Sommer diesen Jahres schrieben - am besten regiert, wenn er nicht regiert (mir ist der Satz "Und die Welt kommt in Ordnung" noch sehr gut im Ohr geblieben.)
Philosophisch ist das Verhältnis von König und Gott am besten im Sinne der "Analogia Entis" des "Thomas von Aquin" zu verstehen. Diese besagt, dass alles, was im "Himmel" existiert, seine Entsprechung auf "Erden" findet. Diese Entsprechung ist aber keine Äquivalenz, keine Gleichwertigkeit, sondern eine Analogie, will sagen eine Ähnlichkeit, die durch eine noch größere Unähnlichkeit ergänzt wird. Diese Unähnlichkeit der menschlichen Königsherrschaft zum Königtum Gottes ist dem Historiker sattsam bekannt. Wir können sie - wie das Mosebach in seiner genialen Rede zur Verleihung des Büchnerpreises sagt - in der christlichen Lehre von der Erbschuld finden. Darum muss der christliche König, sollte er versagen, anders als sein fernöstliches Pendant den Henker fürchten, doch niemals wird darum die Idee des Königtums angetastet. Denn niemals glaubt der Christ, Macht sei etwas, was Menschen Menschen in die Hände geben. Es wird Zeit, dass sich die christliche Theologie dessen erinnert.
Mit besten Grüßen,
DerVasall
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Ludwig Windthorst
um
17:47
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Ludwig Windthorst
um
12:04
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Ein Bekannter stellte mir einen Essay des US-amerikanischen Monarchisten und Traditionalisten Charles A. Coulombe zur Verfügung. Dieser Essay gibt eine gut verständliche Übersicht über das Verständnis der Königskrönung in der katholischen Theologie und ihre Entwicklung im Verlauf der Geschichte. Interessant sind auch seine zahlreichen Einzelbeispiele, die ich hier in absehbarer Zeit aufgreifen möchte.
Coulombe leitet seinen Essay mit einem Zitat des irischen Erzbischofs von Tuam John Healy ein, das ich hier in eigener Übersetzung wiedergebe:
Das Wesen der Könige ist heilig, ihre Personen sind unverletzbar; sie sind die Gesalbten des Herrn, wenn nicht mit heiligen Öl, so doch zumindest durch die Tugend/den Vorzug/die Heilkraft (auf engl: virtue) ihres Amtes. Ihre Macht ist umfassend – gegründet auf dem Willen Gottes und nicht auf dem „verrutschenden Sand“ (schwer übersetzbare Redensart „shifting sand“) des Volkeswillen. Von ihnen wird in geziemender Ehrerbietung gesprochen, anstatt nach der öffentlichen Meinung eine Schießscheibe für Lästermäuler zu sein. Es wird ein Sakrileg, ihre Person zu verletzen, und jede Beleidigung, die ihnen in Wort und Tat zugefügt wird, wird eine Beleidigung von Gott selbst. Es ist dieses Verständnis von Königlicher Herrschaft, welches allein in einer Zeit des Hohns und der Willkür den Geist alter Loyalität lebendig erhalten kann, diesen aus dem Glauben hervorgegangenen Geist, der in sich Gehorsam, Verehrung und Liebe zur Majestät der Könige verbindet, welcher dereinst ein Band von sozialer Einheit war, ein Ansporn zu hehrem Großmut und ein Salz, die Herzen von ihren rohen Tendenzen zu reinigen und sie damit vor allem zu bewahren, was niederträchtig, selbstsüchtig und verachtenswert ist.Als wichtige Ergänzung zum Verständnis der traditionellen katholischen Staatslehre erscheint mir vor allem der Gedanke der "Analogie Entis" zu sein. Diese "Seinsanalogie" besagt, dass die himmlische Ordnung in der weltlichen Ordnung ihren Widerhall findet, gleichzeitig aber auch von ihr unterschieden ist.
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Ludwig Windthorst
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09:24
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Auf Lycidas Weblog findet sich ein neuer Beitrag über den Unsinn der eindimensionalen Rechts-Links-Schematisierung in Politik und Gesellschaft.
Ist denn die Monarchie eine "rechte" Staatsform?
In der katholischen Theologie herrscht derzeit die Meinung vor, dass jemand, der dem Menschen zugewandt sei, ein linker Theologe sei, während der, der der Wahrheit zugewandt sei, ein rechter Theologe sei.
Allein an diesem Schema zeigt sich die Verkehrtheit dieser ganzen Einsortierung. Als ob es einem Menschen nützen würde, die Wahrheit vorenthalten zu bekommen. Wer für die Wahrheit ist, ist für den Menschen. Wer für den Menschen ist, ist für die Wahrheit. So einfach ist das. (Und in der Praxis - freilich nicht in theoretischen Diskussionen über Lehrinhalte - bestätigt sich das auch.)
Bezogen auf die Ausgangsfrage, lässt sich von daher sagen, dass die Monarchie eine rechte wie auch eine linke Staatsform ist. Sie entspricht der Seinsordnung (ist also "wahr") und nutzt dem Menschen (ist also "menschlich"), eben weil sie dieser Seinsordnung entspricht.
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Ludwig Windthorst
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22:44
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"Die Zustimmung des Volkes ist ein Anzeichen der Legitimität, aber nicht ihre Ursache." - Nicola Gomez Davila
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Ludwig Windthorst
um
22:03
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Postillion, der hier ja schonmal einen Kommentar gegeben hat, hat bereits einige interessante Kommentare auf seinen Weblogs veröffentlicht. Augenscheinlich hat er noch Probleme mit der Blogger-Software, doch seine bisherigen Texte sind durchaus lesenswert.
Unter dem Titel Rückkehr zur Monarchie weist er auf verschiedene Aspekte der Monarchie hin. Bedenkenswert ist vor allem die Wendung, die sein Beitrag am Schluss nimmt:
Die Aufgabe des Monarchen wäre es, die Einheit des Staates nicht nur im Raum, sondern auch in der Zeit und damit die nationale Identität wiederherzustellen. Er müsste also irgendwie die Außenpolitik lenken. Erst wenn das geschieht, wird den faschistischen Parteien der Boden enzogen. Diese stoßen ja auf eine infantile Weise in eine von der Monarchie hinterlassene Lücke. Wenn man die Monarchie wiederherstellen will, so muss man den chinesischen Taoismus studieren: Der "Sohn des Himmels" verkörpert das Tao. Sonst macht er gar nichts - er pflegt nur das Wu Wei, das "Nichthandeln der Regierung" -, und die Welt kommt von selbst in Ordnung.
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Ludwig Windthorst
um
23:18
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Es ist wirklich lohnenswert, sich mit Clive Staples Lewis zu befassen. Ich hatte ja bereits über seine Kinderbuchreihe Narnia geschrieben. Derzeit lese ich (wieder) den dritten Band dieser siebenteiligen Serie und auch dieser Band enthält einige vorzügliche Schilderungen der Schönheit der Monarchie. Dazu später mehr.
Über Facebook fand ich die Seite der Oxford Monarchists, und auf dieser ein bedenkenswertes Zitat von Lewis:
Die Monarchie kann sehr leicht diskreditiert werden, doch schaut euch die Gesichter an, merkt euch die Kritiker. Diese sind die Menschen, deren Wurzel in Eden abgeschnitten wurde: Kein Gerücht von Vielstimmigkeit, von Tanz kann sie erreichen - es sind Männer, für die Kieselsteine, die in einer Reihe liegen, schöner sind als ein Bogengewölbe. Doch auch wenn sie reine Gleichheit einfordern, können sie sie nicht erreichen. Wo Menschen verboten wird, den König zu ehren, ehren sie stattdessen Millionäre, Sportler und Filmstars, sogar berühmte Prostituierte und Gangster. Denn unsere geistliche Natur, wie unser Körper, will versorgt sein. Verweigere ihr das Essen, wird sie Gift schlucken.
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Ludwig Windthorst
um
14:03
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Der Herr der Ringe, für mich das literarische Werk des 20. Jahrhunderts schlechthin, thematisiert das Königtum. John R. R. Tolkien hatte als englischer Untertan natürlich das Recht, seinem Phantasy-Epos eine monarchistische Staatsform zugrunde zu legen.
Aragorn ist der rechtmäßige Thronfolger des westlichen Königreiches, stammt aber aus einer Seitenlinie und lebte daher lange Jahre im Verborgenen. Er ist nun an den Thronsitz zurückgekehrt und begegnet dem Truchseß (in der neuen Übersetzung von Krege wird hier von "Statthalter" gesprochen, doch eigentlich ist der Truchseß ein Thronverwalter), der jedoch in der Schlacht schwer verwundet wurde und nun im Sterben liegt. Ganz im Sinne mittelalterlicher Königsheilvorstellungen gibt sich der König durch seine Heilkraft zu erkennen. Er besucht das Lazarett der Stadt, die "Häuser der Heilung", um nach den Kranken zu sehen. Als erstes sucht er den Truchseß Faramir auf und heilt ihn:
Plötzlich regte sich Faramir, und er öffnete die Augen und schaute Aragorn an, der sich über ihn beugte; und Erkennen und Liebe leuchteten in seinen Augen auf, und er sprach leise. "Mein Herr, ihr riefet mich. Ich komme. Was befiehlt der König?"Ich weiß nicht, ob ein König zurückkehrt, bevor die Welt zerbricht. Doch ich werde bereitstehn, ihm zu dienen, wenn er zurückkehrt.
"Wandelt nicht mehr in den Schatten, sondern erwacht!" sagte Aragorn. "Ihr seid erschöpft. Ruht eine Weile und nehmt ein wenig Nahrung zu Euch, und seid bereit, wenn ich zurückkomme."
"Das werde ich, Herr", sagte Faramir. "Denn wer wollte müßig im Bett liegen, wenn der König zurückgekehrt ist."
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Ludwig Windthorst
um
14:29
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